Jahreshauptversammlung mit Rentenvortrag

 

Angela Mohrmann eröffnete die diesjährige Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch im Gasthaus Brand. Die Tagesordnung wurde zügig abgearbeitet. Diane Beneke stellte den Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres vor und nannte einige Eckdaten: 616 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren; darunter 21 namentlich genannte Neumitglieder sowie Gedenken an die 3 Verstorbenen. Per Beamerbebilderung präsentierte sie die 4 Vortragsveranstaltungen mit 958 Teilnehmerinnen; 9 Koch- und Kreativitäts-AG´s mit 167 Mitgliederinnen und an den 7 Fahrten nahmen 541 Frauen teil. Hinzu kam noch ein Treffen mit den Ortsvertrauensfrauen, 8 Vorstandssitzungen sowie diverse Arbeitseinsätze und Schulungen für das 10-köpfige Vorstandsteam.

 

Das Protokoll der vergangenen Jahreshauptversammlung wurde von Brigitte Goldmann verlesen und einstimmig angenommen. Hanne Finka präsentierte den Kassenbericht mit einem erfreulichen Plus von gut 5.200 Euro. Eine solide Ausgangsbasis für die nächsten Projekte und Veranstaltungen. Angemerkt hat sie aber auch, dass sich sowohl bei der letzten Frühstücksveranstaltung im Januar als auch bei dieser JHV über 20 Frauen zwar anmeldeten, aber dann doch nicht erschienen. Doppelt ärgerlich, denn die Nachrücker der Warteliste kamen im Januar nicht zum Zuge und es werfe auch kein gutes Licht auf die Zusammenarbeit zwischen dem Landfrauenverein und den geschätzten hiesigen Gastwirten. Daher habe man sich entschieden, den Differenzbetrag aus der Vereinskasse zu übernehmen - als Notlösung. Zukünftig behalte man sich vor, die Kosten bei Nichtabmeldung oder kurzfristiger Absage in Rechnung zu stellen.

 

Die Kassenprüferin Anne-Rose Stubbemann scheidet aus und für dieses Jahr wird Birgit Lüllmann zusammen mit der neu gewählten Heidrun Oeckermann die Kasse prüfen. Für 2017 wurde die Entlastung des Vorstands einstimmig genehmigt.

 

Nach der Kaffeepause startete Iris Flentje von der Nienburger Landwirtschaftskammer ihren einstündigen Vortrag zum Thema „Über Geld spricht man nicht so gerne – Rentenansprüche von Frauen“. Zuerst sollte jeder realistisch abschätzen, wie groß der Geldbedarf im Alter für sich oder als Ehepaar ist, anhand aller aufgelisteter Ausgaben. Für die Einnahmenseite sei die eigene jährliche Renteninformation einmal genau auf Vollständigkeit – wie Kinder-, Pflege-, Ausbildungs- oder Arbeitslosigkeitzeiten zu überprüfen. Im Zweifelsfall helfe eine Rentenberatungsstelle hier kostenlos weiter. In der Regel klaffe zwischen Ausgaben und Einnahmen eine nicht unerhebliche Lücke auf. Frau Flentje erläuterte, was es mit den Entgelt-punkten auf sich hat und den Unterschied zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung (5 Jahre Mindestbeitragszeiten) und der landwirtschaftliche Alterskasse (15 Jahre Mindesbeitragszeiten). Schmunzelnd stellte sie fest, dass sich mit Kindern mehr Entgeltpunkte für die Rente erzielen lasse, als durch eine Ausbildungsvergütung. Anhand mehrerer Beispielrechnungen einer 50-jährigen Frau mit einem monatlichen Bruttolohn von 1000€, 2000€ oder 3100€ veranschaulichte sie, die daraus resultierenden Rentenansprüche.

 

Wichtig sei auch zu wissen, dass von dem genannten Betrag der Renteninformation, noch knapp 11% Abzüge für die Kranken- und Pflegeversicherung abgingen sowie 1-2% Inflationsrate. Selbst wenn die gemeinsame Rente von Ehemann und Ehefrau zum Lebensunterhalt ausreiche, was passiert, wenn einer verstirbt und der andere die 60% Witwen-/Witwerrente erhält. Reicht die monatliche Rente dann trotzdem noch aus?

 

Sie stellte unterschiedliche Anlagestrategien für unter 40-jährige, 40-55-jährige und über 55-jährige dar, privat für die Rente vorzusorgen. Die Riester-Rente sei dabei die effektivste Geldanlage, gleichwohl diese in der Öffentlichkeit aus dreierlei Gründen verpönt sei. Die Rürup Rente sei ein Steuersparmodell bei schwankenden Einkünften, wie es häufig in der Landwirtschaft der Fall ist. Sie erläuterte ebenso die Renten-zahlungen auf Lebenszeit oder Kapitalabfindungen bei privaten Renten-versicherungen. Eine Auszahlung von Lebensversicherungen sollte besser nicht lebenslang erfolgen, da der Geldbedarf u.a. in den ersten Rentenjahren höher sei. Ein weiteres Argument für eine einmalige Auszahlung sei, dass Banken oftmals bessere Anlagekonditionen böten als Ver-sicherungen.

 

Sie gab den Tipp, Versicherungen (Berufsunfähigkeit, private Rente, Lebensversicherung etc.) immer einzeln und nicht als Paket abschließen, da diese oftmals schlechtere Konditionen und Verzin-sungen hätten. Und falls man die monatlichen Versicherungs-beiträge vorübergehend nicht mehr bedienen könne, sei die Kündigung der Versicherung die schlechteste Wahl. Besser sei es diese beitragsfrei zu stellen oder die monatlichen Raten zu senken.

 

Generell sei die private Vorsorge kein Muss, nur jeder sollte sich der daraus resultierenden Konse-quenzen bewusst sein. Also besser einmal ernsthaft darüber nachdenken und eine bewusste Ent-scheidung - dafür oder dagegen - treffen.

 

Zum Abschied erhielt Frau Flentje ein von Bärbel Meyer selbstgestaltetes Präsent von Angela Mohrmann überreicht. Die nächste Abendveranstaltung “Der Wellnessgarten - ein Garten so richtig zum Wohlfühlen“ ist am Dienstag, 20. März 2018 um 19.00 Uhr im Gasthaus Husmann in Groß Lessen, zu der alle Interessierten und diesmal auch Männer herzlich willkommen seien. Denn schließlich hätten sie vermutlich auch die gesehenen Ideen ihrer Frauen im heimischen Garten im Nachgang umzusetzen.